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Info:
In meiner Freizeit beschÀftige ich mich viel mit Elektronik, Technik und GerÀten. Hier auf meinen Laborseiten stelle ich die Ergebnisse meine Projekte vor.

Wenn Sie noch Fragen zu den hier gezeigten Dingen haben schreiben sie mir einfach eine Email. Diese Seiten befinden sich zur Zeit noch im Aufbau (Wird auch niemals fertig werden, keine Sorge...)

Bitte Beachten Sie auch die Hindweise in Faq und Impressum bevor Sie sich die Programme herunterladen.

Achtung, die hier gezeigten Experimente und Basteleien sind lebensgefĂ€hrlich und richten sich ausschließlich an Fachleute mit entsprechender Sachkenntnis. Das hier gezeigte erfordert einen sicheren Umgang mit Hochspannung, Strom, Lasern und Giftstoffen. Die Warnung ist ernst gemeint und ich hafte weder fĂŒr PersonenschĂ€den oder SachschĂ€den!
The Lab - Serielles Terminal

Die Idee:
FrĂŒher waren Computer zu teuer als das man jedem Mitarbeiter einen Auf den Schreibtisch hĂ€tte stellen können. Mal abgesehen das sie ohnehin nicht durch die BĂŒrotĂŒre gepasst hĂ€tten. Da liegt es nahe ein langes Kabel zu nehmen und einfach Bildschirm und Taststur in das Arbeitszimmer zu verlegen. Terminals funktionieren nach dem Prinzip das sĂ€mtliche Taststureingaben sofort ĂŒber eine serielle Verbindung an einen entfernten Rechner geschickt werden und vom Rechner kommende Bildschirmausgaben an das Terminal zurĂŒckgeschickt werden. Ein Terminal ist also eine Art Fernbedienung fĂŒr Computer. Seit Linux ist durch die Computerwelt ein Ruck gegangen. Unix und die Shell ist wieder "in". Jeder der einen mit Linux oder einen mit einem anderen Unix ausgestatten Computer besitzt kann theoretisch auch ein Terminal anschließen. Die Befehle mit denen man die Konsole auf die serielle Schnittstelle umleiten kann sind bis heute standartmĂ€ĂŸig implementiert.

Terminals oder besser gesagt Terminal Emulationen haben mich deshalb fasziniert weil es einfach genial ist wenn man als Computersammler sich mit einer uralten Kiste auf seinem Unixrechner einloggt und mit Lynx im Internet surft. Das ist ungefĂ€hr so als wenn man mit einem Oldtimer mit 200 Sachen ĂŒber die A23 brettert.

Was das soll:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Meine Motivation das hundertfĂŒnfundsiebzigste Terminal Howto zu schreiben lag darin das die Howtos die ich im Netz gefunden habe entweder viel zu kompliziert, verwirrend oder schlicht falsche Infomationen beinhalteten. Diese Anleitung wendet sich an Leute die innerhalb eines Nachmittages ein funktionierendes Terminal zusammenfummeln wollen und dafĂŒr nicht extra TabellenbĂŒcher und Unixschwarten wĂ€lzen wollen. Terminal Emulationen gibt es schon mindestens so lange es Terminals gibt. Wer ein Terminal besitzt braucht sich die Stellen wo es um das einrichten der Terminalsoftware geht nicht durchlesen. Wir werden im folgenden einen alten IBM kompatiblen PC in ein Terminal fĂŒr einen Linuxserver verwandeln. Ich selbst habe es mit meinem x86er PC mit SuSE Linux 9.0 und meinem Zenith Z100 der mit 8086 Prozessor und Novell Dos 7 lĂ€uft probiert.

Das Kabel löten:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern FĂŒr viele fĂ€ngt der Frust schon beim Kabel löten an. Im Netz hat man mindestens drei Pinouts gefunden und zwei davon sind vielleicht auch noch Falsch. Die Angelegenheit fĂ€llt schon erheblich leichter wenn man weiß was eigentlich bei der Übertragung passiert. Wenn man das weiß braucht man im Prinzip kein Pinout mehr. Das Ziel besteht darin Daten von A nach B zu bekommen. Man kann sich das vorstellen wie bei zwei Wasserleitungen. Es gibt einen Wasserhahn und ein Blumenbeet. Der Wasserhahn wĂ€re bei der seriellen Schnittstelle die Senden-Leitung (Als TxD oder TX bezeichnet) und das Blumenbeet der Empfangende Eingang (Als RxD oder RX bezeichnet). Es liegt also deshalb Nahe beim Bau des Kabels den Senden-Ausgang (TX) des einen Systems mit dem Empfangen-Eingang (RX) des anderen Systems zu verbinden. Die Kabel werden als gekreuzt. Damit das ganze noch ein Bezugspotential hat werden die Masse-Leitungen (SG bzw. SignalGround) mit einander verbunden. Das ganze nennt man in der Fachsprache eine "Drei-Draht-Kopplung". Dann gibt es noch die Möglichkeit die Leitungen mit einander zu verbinden die den Datenfluss regeln. Das ist dann ungefĂ€hr so als wĂŒrde jemand am Wasserhahn stehen und einer am Blumenbeet und der am Blumenbeet sagt bescheid wann das Wasser aufgedreht werden muss und wann es genug ist. Das wĂ€re dann eine Verdrahtung mit "Hardware Handshake". Ich habe zwei DatenblĂ€tter erstellt in denen jeweils die Verdrahtung mit und ohne Hardware Handshake fĂŒr 24 auf 24 und fĂŒr 24 auf 9 Pol dargestellt sind. Ich empfehle das Kabel zunĂ€chst einmal ohne Hardware Handshake zu verdrahten das ist erstens einfacher und man braucht nur drei Adern. Bei PCs die als Terminal arbeiten klappt das wunderbar. Ich habe es auch mal an einem V24 IBM Terminal getestet und das hat auch wunderbar funktioniert. In besonderen FĂ€llen kann es allerdings sein das ein Hardware Handshake erforderlich ist. In der Regel ist dies aber nicht der Fall und es reicht ein einfacher Software Handshake mit drei Adern. Das Pinout Pinout fĂŒr 9 und 24 Pol sowie die DatenblĂ€tter fĂŒr die Verdrahtung von von 9 auf 24 Pol und von 24 auf 24 Pol stehen zum Download bereit. Wem das jedoch zu kompliziert ist kann auch ein handelsĂŒbliches Nullmodemkabel verwneden. Ein solches Kabel bekommt man in jedem Computerladen.

Alter DOS-PC als Terminal:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Leute die schon einen als Terminal konfigurierten PC, einen anderen Computer mit funktionierender Terminalemulation oder ein echtes "dummes" Terminal besitzen können diesen Teil ĂŒberspringen und beim nĂ€chsten Punkt weiter lesen. Ein alter PC ist schnell gefunden und die Hardware Verbindung mit dem eben gerade gebastelten Kabel schnell hergestellt. Jetzt muss man den PC nur noch dazu bringen sich wie ein Terminal zu benehmen. Am schnellsten geht das mit dem beim Norten Commander mitgelieferten Programm "Term90". Dort kann man unter Einstellungen-->Schnittstelle die Verbindungsdaten einstellen. Hier sind nur zwei Werte von Bedeutung. Das sind Baud-Rate (Geschwindigkeit) und die Schnittstelle. Die erste serielle Schnittstelle heißt bei Dos PCs "Com1" und die zweite "Com2". Als Baudrate ist zum Testen ein geringerer Wert zu empfehlen. "9600" Baud bietet sich deshalb als Wert an. Parity und Stoppbits und WortlĂ€nge (7 oder 8 Bit) Werden vom Linuxrechner automatisch ermittelt. Ich verwende eine WortlĂ€nge von 7 Bit, ein Stopbit und keine Parity. Mit dem BestĂ€tigen dieser Werte ist die Terminalemulation einsatzbereit. Wenn man gerade einen WindowsPC oder Laptop zur Hand hat kann man die Verbindung auch mit HyperTerminal testen. FĂŒr den Dauereinsatz empfehle ich jedoch Kermit. Kermit ist ein der wirklich besten und schnellsten kostenlosen Terminalemulationen. Kermit ist fĂŒr eine vielzahl von System verfĂŒgbar und selbst auf einem uralten Dosrechner noch schnell. Bei Kermit muss man um die Verbindungsdaten einzustellen die "mscustom.ini" editieren. Dort gibt es eine Sektion fĂŒr Baudrate und Port. Alle anderen Daten können so bleiben wie sie sind. In der Datei "message.txt" kann man eine persönliche Nachricht eingeben die nach dem Start von Kermit angezeigt wird. Beispielsweise kann man dort eine kleine Beschreibung zur Benutzung der Terminalemulation eingeben. Danach wird die "kermit.exe" gestartet und es erscheint nach einer etwas lĂ€ngeren Initalisierungsroutine ein Prompt. Mit der Eingabe des Befehls "c" (fĂŒr "Connect") verbindet sich Kermit mit dem Server und es kann gearbeitet werden. Kermit kann bei der Columbia University in New York heruntergeladen werden. FĂŒr alle die Konfigurationsdatei nicht selber anpassen wollen habe ich sie zum Download bereitgestellt. Mit dieser Datei emuliert Kermit ein VT320 Termial Mit 7 Bit WorklĂ€nge, Einem Stopbit und keiner Parity an Com1. Diese Datei wurde allerdings fĂŒr die MS-DOS Kermit Verson 3.14 geschrieben. Bei neueren Kermit Versionen kann es sein das diese Konfigurationdatei nicht richtig funktioniert.

Die Einrichtung unter Linux:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Die Einrichtung unter Linux ist denkbar einfach. ZunĂ€chst einmal muss man wissen das unter Linux die seriellen Schnittstellen des Systems nicht Com1, Com2 usw. heißen sondern das sie hier mit "ttyS" anstatt "com" bezeichnet sind. Die Nummerierung der Schnittstellen beginnt bei Linux auch nicht bei 1 sondern schon bei 0. Mit "ttyS0" ist also "com1" gemeint. Wenn man unter einem Unix Ausgaben auf eine serielle Schnittstelle umleitet spricht man von einem "getty - Prozess" Unter Linux ĂŒbernimmt diese Aufgabe der Befehl "agetty" den man als Root eingeben muss. Theoretisch reicht es als Root folgende Befehlszeile einzugeben: "agetty -L ttyS0 vt320" Zum Testen ist diese Methode auch völlig ausreichend. Wenn Sie diese Befehlszeile eingeben sollte auf dem Bildschirm des Terminals der Login Prompt erscheinen. Erscheinen nur wirre Zeichen dann ist meistens die Baudrate falsch eingestellt. Jetzt mĂŒssten sie sich Theoretisch einloggen können und mit dem Linuxrechner vom Terminal aus arbeiten können. Leider kann es bei dieser Methode oft zu Problemen kommen. Es kann Sein das nach der Eingabe des Benutzernamen die Verbindung sofort wieder zusammenbricht. Deshalb ist es notwendig den Getty Prozess mit der Initab zu starten. Die Initab befindet sich im Verzeichnis /etc und ist ungefĂ€hr das was unter Dos die Autoexec.bat ist. Diese Datei muss um folgende Zeile ergĂ€nzt werden: "S0:12345:respawn:/sbin/agetty -L 9600 ttyS0 vt320" Die einzelnen Spalten dieser Zeile sind durch Doppelpunkte getrennt.Das "S0" in der ersten Spalte steht in diesem Fall fĂŒr die Id der seriellen Schnittstelle und muss auch entsprechend angepsst werden. Die nachfolgende in der zweiten Spalte Zahl steht fĂŒr den Runlevel in denen der Getty Prozess verfĂŒgbar sein soll. Wenn Sie "12345" dort hinschreiben sind sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Dann folgt in der dritten Spalte die Aktion "respawn" das bedeutet das der Prozess wenn er beendet wird automatisch neu startet. Dies ist wichtig das sie wenn Sie sich ausloggen sofort wieder einen Loginprompt bekommen. Danach wird der Befehl mit vollem Pfad und Parametern aufgerufen. In diesem Beispiel ist es wieder ein Getty Prozess mit 9600 Baud an Com1 unter der BerĂŒcksichtigung das ein VT320 angeschlossen ist. Wichtig ist das die genannte Zeile an der Stelle in die initab eingetragen wird wo die Konfiguration der Konsolen erfolgt. Damit Sie diesen Bereich schnell finden habe ich hier einen kleinen Ausschnitt aus meiner initab zum Download bereitgestellt. In vielen FĂ€llen steht der agetty Prozess schon auskomentiert als Beispiel in der initab. Sie brauchen also nur noch das Kommentarzeichen entfernen und die Parameter entsprechend verĂ€ndern.

Schlussbemerkung:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrĂ¶ĂŸern Ich habe mir damals als ich das mit dem Terminal gemacht habe ein Howto im Internet durchgelesen. Das Originalhowto gibt es inzwischen nicht mehr. DafĂŒr findet man aber heute bestimmt andere, also sucht ruhig mal selber. Sollte es bei der Einrichtung zu Komplikationen kommen ist es immer Ratsam noch weitere Quellen zu Lesen. Ich habe die Erfahrung gemacht das der beste Schutz vor Fehlern die man selber macht eine gute Kenntnis der Materie ist. Wenn man von bestimmten Dingen schon einmal gehört hat dann fĂ€llt die Fehlersuche oft leichter. Desweiteren möchte ich auf Das Elektrotechnik Tabellen, Energie/Industrieelektronik Tabellenbuch von Westermann verweisen. Dieses Buch ist ein echtes Muss fĂŒr jeden Bastler und darf meiner Meinung nach in keinem Bastelkeller fehlen.

Tip: Schau dir doch auch mal meine Computersammlung an!
(c)2001-2018 Philipp Maier, Hohen Neuendorf